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Was ist Odoo? ERP einfach erklärt

ERP, Apps, Community, Enterprise: Was steckt eigentlich hinter Odoo? Eine verständliche Einführung für Unternehmen, die sich erstmals mit dem Thema befassen.

Wer sich mit Unternehmenssoftware beschäftigt, stößt früher oder später auf den Namen Odoo. Odoo ist eine Software, mit der Unternehmen viele ihrer Abläufe in einem System abbilden können: vom Kundenkontakt über Angebote und Lager bis zur Rechnung.

Dieser Beitrag erklärt, was hinter dem Begriff ERP steckt, wie Odoo aufgebaut ist und für welche Unternehmen es in Frage kommt. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Was bedeutet ERP?

ERP steht für Enterprise Resource Planning, auf Deutsch etwa Planung der Unternehmensressourcen. Gemeint ist eine Software, die zentrale Geschäftsabläufe in einem gemeinsamen System zusammenführt. Typische Bereiche sind:

  • Kundenverwaltung und Vertrieb
  • Einkauf und Lagerhaltung
  • Produktion oder Projektarbeit
  • Rechnungsstellung und Buchhaltung
  • Personal und Zeiterfassung

Der Kern eines ERP-Systems ist eine gemeinsame Datenbasis. Ein Kunde wird einmal angelegt und ist dann im Vertrieb, im Lager und in der Buchhaltung bekannt. Ein Auftrag löst eine Lieferung aus, und aus der Lieferung entsteht die Rechnung. Doppelte Eingaben und Abstimmungen zwischen verschiedenen Programmen und Tabellen werden dadurch deutlich weniger.

Wie Odoo aufgebaut ist

Odoo wird von dem belgischen Unternehmen Odoo S.A. entwickelt. Die Besonderheit liegt im modularen Aufbau. Odoo besteht aus vielen einzelnen Apps, die sich nach Bedarf kombinieren lassen. Dazu gehören zum Beispiel CRM, Verkauf, Einkauf, Lager, Fertigung, Projekt, Buchhaltung, Personal, Website und E-Commerce.

Sie installieren nur die Apps, die Sie wirklich brauchen. Später lassen sich weitere hinzufügen. Alle Apps greifen auf dieselbe Datenbank zu und arbeiten zusammen. Ein Angebot aus dem Verkauf wird nach der Bestätigung zum Auftrag, der Auftrag erzeugt einen Lieferschein im Lager, und daraus entsteht in der Buchhaltung die Rechnung.

Odoo wird über den Webbrowser bedient. Für einige Anwendungen, etwa im Lager oder unterwegs, gibt es zudem Möglichkeiten für Smartphone und Tablet.

Community und Enterprise

Odoo gibt es in zwei Editionen:

  • Community: Die Open-Source-Version. Sie ist ohne Lizenzgebühren nutzbar und bietet viele Grundfunktionen.
  • Enterprise: Die kostenpflichtige Version mit zusätzlichen Apps und Funktionen sowie Leistungen des Herstellers, etwa Unterstützung bei Versionswechseln.

Welche Funktionen in welcher Edition enthalten sind, ändert sich teilweise von Version zu Version. Die Unterschiede und Entscheidungskriterien erklärt der Beitrag Odoo Community oder Enterprise.

Wo Odoo betrieben wird

Für den Betrieb gibt es aktuell im Wesentlichen drei Wege:

  1. Odoo Online: Der Hersteller betreibt das System in der Cloud. Sie müssen sich nicht um Server kümmern, die Anpassungsmöglichkeiten sind aber eingeschränkter.
  2. Odoo.sh: Eine Cloud-Plattform des Herstellers, auf der auch eigene Erweiterungen betrieben werden können.
  3. Eigener Server: Odoo läuft auf einem eigenen Server oder bei einem Hosting-Anbieter Ihrer Wahl. Das bietet viel Freiheit, erfordert aber eigene Betreuung.

Welcher Weg passt, hängt von Edition, Anpassungsbedarf, internen IT-Kenntnissen und Ihren Anforderungen an den Datenstandort ab.

Regelmäßige neue Versionen

Odoo veröffentlicht in der Regel jährlich eine neue Hauptversion. Ein Wechsel auf eine neue Version ist kein Muss, sollte aber langfristig eingeplant werden, besonders wenn Sie eigene Anpassungen nutzen.

Für wen eignet sich Odoo?

Odoo wird von Unternehmen sehr unterschiedlicher Größe und Branche eingesetzt. Besonders interessant ist es für kleine und mittlere Unternehmen, die:

  • bisher mit vielen Einzelprogrammen und Tabellen arbeiten
  • ein System suchen, das mit dem Unternehmen mitwachsen kann
  • schrittweise einsteigen und später erweitern möchten
  • Wert auf Anpassbarkeit und eine offene technische Grundlage legen

Wie bei jeder Software gilt: Odoo passt nicht automatisch zu jedem Unternehmen. Sehr spezielle Branchenanforderungen können Anpassungen nötig machen. Eine ehrliche Prüfung Ihrer Abläufe vor der Entscheidung lohnt sich deshalb immer. Einen Überblick über die zu erwartenden Ausgaben gibt der Beitrag Was kostet Odoo?.

Was eine Einführung ausmacht

Die Software allein ist nur ein Teil. Zu einer Einführung gehören die Analyse Ihrer Abläufe, die Einrichtung, die Übernahme bestehender Daten und die Schulung Ihres Teams. Manche Unternehmen übernehmen vieles davon selbst, andere setzen auf einen Partner. Beides kann gut funktionieren. Wer selbst einsteigen möchte, findet im Beitrag Odoo selbst einführen erste Orientierung.

Planen Sie für eine Einführung realistisch Zeit ein, auch bei Ihren eigenen Mitarbeitenden. Sie kennen die Abläufe am besten und werden für Abstimmungen, Tests und Schulungen gebraucht. Ein überschaubarer Start mit wenigen Apps ist oft ein guter Weg, um Odoo kennenzulernen und Vertrauen in das neue System aufzubauen.

Wenn Sie herausfinden möchten, ob Odoo zu Ihrem Unternehmen passt, sprechen Sie uns gern an. joradix unterstützt Sie bei Beratung, Einführung und Weiterentwicklung.