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Odoo-Versionen und Updates: Was ein Versionswechsel bedeutet

Odoo erscheint jedes Jahr in einer neuen Hauptversion. Was bedeutet das für Ihr System, und wie gelingt ein Versionswechsel ohne böse Überraschungen?

Odoo entwickelt sich schnell. Jedes Jahr erscheint eine neue Hauptversion mit neuen Funktionen, überarbeiteten Oberflächen und technischen Änderungen. Für Unternehmen ist das Chance und Aufgabe zugleich. Neue Funktionen sind willkommen, aber ein Versionswechsel will geplant sein.

Dieser Artikel erklärt, welche Arten von Aktualisierungen es gibt, was bei einem Wechsel der Hauptversion passiert und wie Sie ihn vorbereiten.

Kleine Updates und große Versionswechsel

Bei Odoo sollten Sie zwei Arten von Aktualisierungen unterscheiden:

  • Updates innerhalb einer Version enthalten Fehlerkorrekturen und Sicherheitsverbesserungen. Sie verändern die Datenstruktur in der Regel nicht und lassen sich vergleichsweise einfach einspielen.
  • Versionswechsel, auch Upgrade oder Migration genannt, heben das System auf eine neue Hauptversion. Dabei ändern sich oft Datenmodelle, Masken und Abläufe. Die Datenbank muss umgewandelt werden.

Wenn in diesem Artikel von einem Versionswechsel die Rede ist, ist immer der zweite Fall gemeint.

Warum ein Versionswechsel Aufwand bedeutet

Bei einem Versionswechsel werden Ihre Daten in die Struktur der neuen Version überführt. Für den Standard von Odoo ist dieser Weg gut vorbereitet. Aufwendig wird es vor allem an drei Stellen:

  1. Eigene Module: Individuell entwickelte Erweiterungen müssen an die neue Version angepasst werden. Das gilt auch für Module von Drittanbietern, die nicht immer sofort für die neue Version verfügbar sind.
  2. Anpassungen mit Studio: Sie werden beim Upgrade in der Regel mit übernommen, sollten aber gezielt geprüft werden.
  3. Geänderte Abläufe: Wenn sich Masken oder Prozesse im Standard ändern, müssen Mitarbeitende sich umgewöhnen. Manchmal ändern sich auch Auswertungen oder Berichte.

Wie Odoo bei der Migration unterstützt

Mit einer Enterprise-Subscription unterstützt Odoo die Migration auf neue Versionen. Die Standarddaten werden von Odoo umgewandelt, und Sie erhalten eine Testdatenbank, die Sie vor dem eigentlichen Umstieg prüfen können. Eigene Module sind davon nicht abgedeckt. Diese müssen Sie selbst oder mit einem Dienstleister anpassen.

Bei der Community-Edition gibt es diese Unterstützung durch Odoo nicht. Hier ist ein Versionswechsel deutlich aufwendiger und erfordert technisches Know-how. Mehr zu den Unterschieden lesen Sie unter Odoo Community oder Enterprise.

Auch das Hosting spielt eine Rolle. Auf Odoo Online gibt Odoo den Rahmen für Versionswechsel stärker vor. Auf Odoo.sh und auf einem eigenen Server haben Sie mehr Einfluss auf den Zeitpunkt.

Muss man jede Version mitmachen?

Nein. Viele Unternehmen lassen eine oder mehrere Versionen aus. Sie sollten aber im Blick behalten, dass Odoo ältere Versionen nur für einen begrenzten Zeitraum unterstützt. Nach aktuellem Stand betrifft das in der Regel die letzten drei Hauptversionen. Wer zu lange wartet, arbeitet irgendwann mit einer Version ohne Sicherheitskorrekturen und muss beim Upgrade einen größeren Sprung bewältigen.

Ein sinnvoller Mittelweg kann sein, nicht sofort nach Erscheinen umzusteigen. Neue Hauptversionen werden in den ersten Monaten häufig noch nachgebessert. Ein geplanter Wechsel mit etwas Abstand ist oft entspannter.

Einen Versionswechsel Schritt für Schritt planen

  1. Bestandsaufnahme: Listen Sie alle installierten Apps, eigene Module, Module von Drittanbietern und Studio-Anpassungen auf.
  2. Verfügbarkeit prüfen: Klären Sie, ob alle Erweiterungen für die Zielversion existieren oder angepasst werden müssen.
  3. Testmigration: Lassen Sie eine Kopie Ihrer Datenbank auf die neue Version heben. Arbeiten Sie niemals direkt im Produktivsystem.
  4. Fachlich testen: Die Menschen, die täglich mit Odoo arbeiten, prüfen ihre typischen Vorgänge. Ein Angebot erstellen, eine Rechnung buchen, einen Wareneingang erfassen.
  5. Fehler beheben und erneut testen: Oft sind mehrere Testdurchläufe nötig.
  6. Umstieg planen: Wählen Sie einen ruhigen Zeitpunkt, informieren Sie alle Beteiligten und sichern Sie die Daten vorher.
  7. Nachbetreuung: Planen Sie nach dem Umstieg Zeit für Rückfragen und kleine Korrekturen ein.
Testen ist der wichtigste Schritt

Technisch kann eine Migration erfolgreich durchlaufen und trotzdem fachliche Fehler enthalten. Nur wer seine echten Abläufe in der Testdatenbank durchspielt, findet diese Fehler vor dem Umstieg.

Was Sie schon heute tun können

Ein Versionswechsel fällt leichter, wenn das System von Anfang an aufgeräumt ist. Nutzen Sie den Standard, wo es möglich ist. Halten Sie eigene Entwicklungen schlank und dokumentieren Sie, warum es sie gibt. Entfernen Sie Module und Felder, die niemand mehr braucht. Jede Anpassung, die nicht existiert, muss bei einem Upgrade auch nicht geprüft werden.

Hilfreich ist außerdem, einen groben Zeitplan für künftige Versionswechsel festzulegen. Wenn Sie wissen, in welchem Jahr der nächste Wechsel ansteht, können Sie Budget und Personal rechtzeitig einplanen.

Ein Versionswechsel steht bei Ihnen an, oder Sie möchten wissen, wie aufwendig er wäre? joradix unterstützt Sie bei Planung und Durchführung. Sprechen Sie uns an.